Der Sitz ist wie ein Instrument, welches dem Reiter ermöglicht, Informationen über den Pferdekörper zu sammeln.

Mit Sitz meine ich, im Folgenden, den gesamten Körper des Reiters. Also nicht nur das Becken und den Oberschenkel, sondern auch die Wade und die Hand.

Grundlage ist ein gelöster Sitz, der ohne Mühe und frei von unnötigen Spannungen, aufrecht gehalten werden kann. Erst dann sind Kapazitäten frei, um, über den Sitz, in das Pferd zu fühlen. Der Sitz sammelt Informationen über den Körper und die Bewegungen des Pferdes. Im Gehirn des Reiters laufen diese zusammen und werden analysiert. Dabei helfen, neben dem Sitz, z.B. auch die Augen und Ohren.

Möchte der Reiter die Bewegung des Pferdes verändern, entwickelt er im Gehirn eine Lösungsidee, welche er als Einwirkung, über den Sitz, auf das Pferd anwendet. Über den Sitz wird anschließend wieder gefühlt, ob die Einwirkung erfolgreich war und zu der gewünschten Veränderung geführt hat.

Ein Mensch am Boden (z.B. Reitlehrer) kann den lernenden Reiter unterstützen und dessen Augen ersetzen. Der Reiter erhält durch ihn ein Feedback über die Bewegung des Pferdes und verknüpft diese Rückmeldung mit seinem Gefühl im Sitz. Er lernt, wie sich die jeweilige Bewegung anfühlt. So entsteht über die Zeit im Gehirn eine innere Bewegungslandkarte. Der Reiter kann die genauen Bewegungen des Pferdes über den Sitz fühlen. Er lernt seine Hilfen zielgerichtet einzusetzen und deren Resultate zu fühlen und zu deuten.

Auch Videoaufnahmen, die zeitnah nach dem Reiten ausgewertet werden, können beim Lernen helfen. Der Nachteil ist hier der zeitliche Verzug. Der Reiter kann sich das Bewegungsgefühl der jeweiligen Situation evtl. nicht mehr genau vor Augen führen.

Unser Körper strebt intuitiv nach Balance, Harmonie und Leichtigkeit. Unser Körper lernt, besonders über Nacht, ohne das wir es merken. Selbst wenn wir mit den Gedanken ganz woanders sind, werden Zusammenhänge verknüpft und Bewegungen optimiert. Manchmal ist es sogar besser, den Kopf auszuschalten und den Körper machen zu lassen.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Fühlen lernen und freue mich, euch dabei zu unterstützen.

Eure Ellen