Möchtest du deinem Pferd die Lektion Kruppeherein beibringen? Willst du die positiven Eigenschaften die dieser Seitengang mit sich bringt, wie mehr Beweglichkeit, Geraderichtung und Kraft für dein Pferd nutzen? Wünschst du dir dazu eine genaue Schritt-für-Schritt-Anleitung? Mit meinem heutigen Blog-Beitrag kann ich dir weiterhelfen.


Inhalt – das erwartet dich in diesem Beitrag.

  • Welche Position ich am Boden wähle und warum.
  • Meine Tipps für die richtige Ausrüstung.
  • So erarbeitest du das Kruppeherein Schritt für Schritt:
    • Grundposition finden,
    • Stellung entwickeln,
    • Biegung abfragen,
    • Schulterherein ausbilden,
    • deinem Pferd den äußeren Schenkel erklären,
    • Kruppeherein in der Bewegung erarbeiten.
  • Mögliche Fehler und was du dagegen tun kannst.
  • Ein Wechselspiel zwischen den Hilfen.
  • Woran du ein gutes Kruppeherein erkennst.
  • Warum das Kruppeherein für die Pferdeausbildung so wertvoll ist.

Wenn diese Inhalte für dich spannend klingen, lese einfach weiter. Ich wünsche ich dir viel Spaß dabei.

Als Bonus findest du am Ende des Blogartikels Videos, die zum Thema gehören und dich beim Lernen unterstützen.


Welche Position ich in der Bodenarbeit wähle und warum.

Das Kruppeherein kann am Boden auf verschiedenen Positionen erarbeitet werden. Möglich wären beispielsweise die klassische Handarbeitsposition, die Langzügelposition oder indem der Mensch rückwärts vor dem Pferd hergeht. Diese Bodenarbeitsposition wird in der akademischen Reitkunst nach Bent Branderup häufig genutzt, ich nenne sie Führen auf Front.

Der Vorteil beim Rückwärtsgehen ist, dass wir das Pferd gut sehen können. Ein weiterer Fakt der diese Position zu einer meiner Lieblingsführpositionen macht ist, dass wir mit der Hand kaum rückwärts einwirken können. Dadurch, dass wir vor dem Pferd herlaufen, ziehen wir mit der Hand nicht nach hinten am Pferdekopf vorbei. Wir haben somit weniger die Tendenz den Hals nach hinten zu verkürzen und das empfindliche Genick und die Wirbelgelenke zu stauchen.


Für einen gedehnten Pferdehals und ein offenes Genick.

Weil wir am Kappzaum Impulse nach vorne geben können, verlängern wir den Hals sogar eher. Der Pferdehals bleibt lang, das Genick offen und alle Gelenke frei und beweglich. So entstehen die Grundlagen für eine korrekte Stellung und Biegung. Die richtige Rotation der Wirbelsäule wird möglich.

Auch wenn das Rückwärtsgehen für den Bodenarbeitsmenschen gerade zu Beginn sehr anstrengend sein kann, ist dieser Effekt auf den Pferdekörper der Grund, warum ich mich bevorzugt für das Führen auf Front entscheide. Selbst wenn du nicht die ganze Zeit in der Bodenarbeit rückwärts laufen möchtest, könntest du diese Position zwischendurch wählen, um deinem Pferd das Kruppeherein beizubringen. Wie das geht, erkläre ich in den folgenden Abschnitten.


Finde einen passenden Kappzaum – meine Tipps für die richtige Ausrüstung.

Du brauchst:

  • einen gut sitzenden Kappzaum, zum Beispiel das Micklem Multibridle oder das Balancio, es gibt auch günstigere Varianten die ganz gut am Pferdekopf sitzen und ihre Aufgabe erfüllen (Geitner, Krämer-Multifunktionszaum),
  • eine Führleine mit schmalem Karabiner (zu große Karabiner können dem Pferd unangenehm auf die Nase fallen), die Leine sollte gut in der Hand liegen und nicht zu lang sein, oft genügt schon ein Zügel der in den mittleren Kappzaumring eingeschnallt wird,
  • eine Gerte die so lang ist, dass du die Hinterhand von deinem Pferd damit berühren kannst, 1,30 Meter ist meistens eine gute Länge.

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So erarbeitest du das Kruppeherein/Travers Schritt für Schritt.

Die Grundposition finden:

Zu Beginn ist es wichtig, dass du im Rückwärtsgehen deine Grundposition findest und deinem Pferd die Basishilfen: Antreten, geradeaus Gehen, Abstand halten und Anhalten erklärst. Am besten startest du an der Bande, hältst dein Pferd dort an und stellst dich mit dem Blick in Richtung Schweif vor den Pferdekopf. Wenn du in dieser Position antreten möchtest, hebst du die Gerte, touchierst damit die Hinterhand, gibst ein Stimmkommando und nimmst deine Schultern etwas nach hinten vom Pferd weg. Wenn dein Pferd nicht reagiert, gibst du mit der Leine am Kappzaum kleine Impulse in die Laufrichtung. Später versuchst du nur über deine Körpersprache und die Gerte, ohne dieses Zupfen anzutreten.

Übe erst einmal nur auf dem Hufschlag geradeaus zu gehen. Wenn dein Pferd mit der Vorhand nach rechts oder links vom Weg abweicht, kannst du die Gerte an der jeweiligen Schulter einsetzen, um dein Pferd dort zu begrenzen und es wieder auf die Spur zu führen. Wenn du zu langsam gehst, ist es für dein Pferd schwer die Linie zu halten. Finde also heraus, welches Tempo für dich und deinen Vierbeiner am besten passt.


Wenn dein Pferd dir zu schnell ist:

Sollte dein Pferd zu schnell sein und nicht genug Abstand zu dir halten, kannst du das korrigieren, indem du dich im Oberkörper aufrichtest, dich groß machst und deine Schultern nach vorne in Richtung Pferdekopf verlagerst. Die Gerte an der Pferdebrust kann deine Körpersprache mit kleinen Touchierhilfen verdeutlichen. Nutze ein eindeutiges Stimmkommando, wie zu Beispiel „langsam“.

Achte darauf, dass du nicht zu schleichend gehst, da du es deinem Pferd dann noch schwieriger machst, sich nach deinem Tempo zu richten. Gehe eher flotter und versuche erstmal, dass dein Pferd in diesem Tempo lernt genug Abstand zu halten, bevor du an einem langsameren Arbeitstempo und an kleinen Tempounterschieden arbeitest.

Wenn dein Pferd auf deine Hilfen nicht reagiert und weiterhin in dich reinläuft, kannst du zur Not auch ein Mal kräftiger mit der Gerte an der Brust touchieren. Zur Korrektur kannst du auch häufig hintereinander anhalten und dazwischen jeweils nur eine kurze Strecke gehen. Dadurch wird dein Pferd aufmerksamer und lernt auf die Hilfe zum Anhalten zügig zu reagieren und diese Körpersprache auch als das Signal für „langsamer“ zu respektieren.

Um anzuhalten, verlangsamst du deine Schritte, machst dich groß und verlagerst deine Schultern in Richtung Pferdekopf. Die Gerte an der Pferdebrust und ein Stimmkommando unterstützen deine Körpersprache.


Ziele in der Grundposition sind:

  • Kopf, Schultern und Hüfte des Pferdes sind hintereinander ausgerichtet,
  • die Pferdenase zeigt auf deinen Bauch,
  • du kannst die Schultern des Pferdes mit der Gerte führen und auf der Linie halten,
  • dein Pferd hält genug Abstand und bedrängt dich nicht,
  • Antreten und Anhalten sowie kleine Tempounterschiede klappen.


Achte auf deine Körpersprache in der Bodenarbeit:

Wichtig ist, dass du gut auf deinen Körper achtest. Wenn das Pferd etwas nicht versteht oder einen Fehler macht, liegt die Ursache dafür meistens bei dem Menschen am Boden. Mache lange Schritte und gehe nicht zu langsam. Deine Füße sollten in einer Spur mit den Pferdehufen gehen. Eure 6 Beine befinden sich, also auf 2 Linien. Verteile dein Gewicht gleichmäßig auf beide Füße. Der Hacken zeigt in die Bewegungsrichtung. Deine Schultern hältst du gerade auf einer Höhe und parallel zu den Pferdeschultern.


Stellung im Stand erarbeiten:

Während du die Grundposition im Schritt übst, kannst du im Stand schon das Senken des Kopfes und die korrekte Genickstellung erarbeiten.

Als Erstes sollte dein Pferd lernen, seinen Kopf auf ein Kommando hin fallen zu lassen. Dadurch öffnet sich der Genickwinkel, dein Pferd entspannt seine obere Muskelkette und eine Stellung wird möglich. Um dieses Senken des Kopfes auszubilden, gibst du im Stand kleine Impulse mit der Leine am Kappzaum nach unten. Ich empfehle dir gleichzeitig ein Stimmkommando zu nutzen, zum Beispiel „tief“. Damit dein Pferd versteht, was es machen soll, bleibe hartnäckig und lobe zu Beginn schon, wenn es seinen Kopf nur minimal tiefer nimmt. Es ist ausreichend, wenn sich die Pferdenase auf Höhe vom Schultergelenk befindet, also in einer korrekten Dehnungshaltung. Dieses Zupfen am Kappzaum zusammen mit deinem Stimmkommando kannst du später auch in die Bewegung mitnehmen.

Für eine Stellung gibst du mit der Kappzaumhand seitliche Impulse nach innen. Vorher sollte dein Pferd seinen Kopf senken. Du kannst deine andere Hand an die innere Ganasche anlegen und diese leicht nach außen drücken. Ziel ist es, dass sich die Stirnlinie nach innen dreht und die Ganasche nach außen rotiert. Lobe den richtigen Moment, damit dein Pferd versteht welche Bewegung du von ihm möchtest.


Biegung in der Bewegung abfragen:

Um eine gute Biegung zu erarbeiten, gehst du am besten auf einen großen Zirkel. Finde dort deine Grundposition: die Pferdenase zeigt auf deinen Bauch, eure 6 Füße gehen auf 2 Linien und so weiter.

Auf dem Zirkel geht es jetzt darum, dass du, der Pferdekopf, die Schultern deines Pferdes, der Rumpf und die Hinterhand sich auf einer Kreislinie bewegen. Kein Teil davon darf die Spur verlassen und nach innen oder außen ausfallen.

Damit das gelingt, musst du erst einmal wieder bei dir anfangen. Orientiere dich in der Bahn und finde deinen Weg. Während deine Füße die Linie halten, drehst du deine äußere Schulter etwas nach hinten. Durch diese Schulterdrehung zeigst du erstens deinem Pferd die Richtung an und animierst es zweitens dazu, seine äußere Körperseite in der Biegung aufzudehnen.

Jeder Mensch hat eine Schulter, die er leichter zurücknehmen kann und tut sich gleichzeitig mit der anderen deutlich schwerer. Wundere dich also nicht über dein ungleiches Körpergefühl je nachdem ob du rechts oder links herumgehst. Achte auf deiner schlechteren Seite gut auf die Drehung deiner Schultern und übe sie etwas häufiger.

Wenn du sicher auf dem Zirkel unterwegs bist, löst deine Hand am Kappzaum den Pferdekopf nach unten und gibt über seitliche Impulse in Richtung Zirkelmitte die Stellung. Deine Stimmkommandos, die du im Stand schon benutzt hast, helfen dir jetzt. Vergiss nicht zu Loben, wenn dein Pferd reagiert.

Für eine gute Biegung sollte das innere Hinterbein große Schritte nach vorne machen. Rege es dazu an gut unter den Rumpf zu treten, indem du die Gerte hinter der Schulter in der Gurtlage nutzt. Der beste Moment für eine Touchierhilfe ist, wenn sich das innere Hinterbein in der Luft befindet. Ziel ist es, dass die innere Hüfte nach vorne kommt und dein Pferd sich um die Gerte biegt. Wenn Stellung und Biegung auf dem großen Zirkel gut klappen, kannst du den Zirkel kleiner führen oder Volten mit dazu nehmen. Durch das Führen auf verschiedenen Linien in Längsbiegung verbesserst du die Geschmeidigkeit und Geraderichtung im Pferdekörper.

Wenn das Pferd in den Zirkel fällt:

Meistens passiert es früher oder später, dass du mit der Kappzaumhand nach außen in Richtung Bande am Pferdekopf vorbeiziehst. Wir reagieren mit dieser Handbewegung, wenn das Pferd nach innen in den Zirkel fällt. Leider ist das aber nicht die Lösung. Wenn deine Hand dauerhaft nach außen arbeitet, kannst du keine Stellung nach innen mehr geben, weil deine Hand ja außen zu tun hat und du nicht gleichzeitig Impulse nach innen geben kannst. Die Lösung für dieses Problem ist die Gerte. Mit ihr hältst du das Pferd außen auf der Linie während deine Hand nach innen die Stellung gibt. Du kannst zur Not mit der Kappzaumhand kurz einen Impuls nach außen geben, dabei solltest du aber gleichzeitig mit der Gerte an der Schulter touchieren. Sobald dein Pferd die Gerte verstanden hat, ist deine Hand nur noch dazu da, um den Hals nach unten zu lösen und die Stellung nach innen zu organisieren.

Schulterherein ausbilden:

Aus der korrekten Biegung können im nächsten Schritt, das Schultervor und die Lektion Schulterherein entwickelt werden.

Dazu wende ich am Anfang einer langen Seite in eine Volte ab. Aus der Volte wieder am Hufschlag angekommen, nutze ich die Biegung und gehe in einem Schultervor oder Schulterherein die lange Seite entlang. Zur Vorbereitung führe ich am Kappzaum die Vorhand etwas in die Bahn und erhalte gleichzeitig die Biegung durch die Gerte in der Gurtlage. Sollte mein Pferd mit der Hinterhand in die Bahn driften, verwende ich die Gerte auch mal etwas weiter hinten in Richtung Kruppe, um diese am Reinfallen zu hindern. Zu Beginn wende ich nach den ersten gelungenen Schritten gleich wieder auf eine Volte ab und verlängere erst mit der Zeit die Strecke im Schulterherein. Das innere Hinterbein sollte in der Lektion gut Untertreten und der Pferdehals und das Genick locker bleiben.

Dem Pferd den äußeren Schenkel erklären:

Im Kruppeherein ist die Hinterhand seitlich nach innen versetzt. Damit das in der Bewegung sicher abrufbar ist, sollte dein Pferd zunächst im Stand gelernt haben mit der Kruppe nach innen zu treten, sobald du die Gerte über den Rücken hebst. Um das zu beginnen, stellst du dich zunächst in der Grundposition vor das Pferd. Die Gerte liegt in der äußeren Hand. Touchiere mit der Gerte an der Außenseite des Pferdes die Hüfte, bis die Hinterhand einen Schritt nach innen reintritt. Dein Pferd macht sozusagen einen Schritt einer Vorhandwendung.

Wenn das funktioniert, nimmst du die Gerte nach innen und zeigst mit der Gertenspitze von oben über die Kruppe. Dort touchierst du das Pferd leicht an der äußeren Seite der Hinterhand, bis es mit den Hinterbeinen einen Schritt nach innen in die Bahn tritt. Die Hinterhand bewegt sich also zur Gerte hin.


Finde den richtigen Standpunk:

Und auch hier geht es wieder um dich und um die Signale die dein Körper gibt. Wenn du die Gertenhilfe gibst und gleichzeitig mit deinem Körper auf das Pferd zufällst, wird es sich schwer damit tun seine Kruppe nach innen zu nehmen. Dein Körper sagt das Gegenteil. Damit du einen guten Standpunkt findest, mache ausgehend von der Grundposition einen Schritt zur Seite in die Bahn. Du stehst dann nicht mehr mittig vor der Pferdebrust, sondern vor dem inneren Vorderbein. Wenn du nun dein inneres Bein nach vorne stellst, sodass du einen Ausfallschritt machst und deinen Gertenarm streckst, kommst du mit der Gertenspitze gut an die äußere Seite der Kruppe. Du kannst die Bewegung deines Pferdes unterstützen, indem du dir vorstellst, dass du die Kruppe zum Körper/zur Gerte hin ziehen möchtest. Dieses Bild im Kopf sorgt dafür, dass du deinen Körper eher nach hinten vom Pferd wegnimmst und es so mit deiner Körpersprache dazu einlädst, die Hinterhand nach innen zu verschieben. Beobachte dein Pferd gut und lobe schon den Impuls für die richtige Bewegung.

Nach dieser Übung befindest du dich auf der Zielgeraden zum Kruppeherein. Eigentlich müsstest du jetzt nur noch mit der nach innen versetzten Kruppe losgehen. Was du auch tatsächlich so ausprobieren könntest.


Kruppeherein in der Bewegung erlernen:

Im letzten Schritt kannst du nun die Früchte deiner vorherigen Arbeit ernten und das Kruppeherein in die Bewegung mitnehmen.

Hierzu gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. du fragst im Stand mit der Gerte über der Kruppe nach einem Schritt Kruppeherein und lässt dein Pferd dann in dieser Position im Schritt antreten,
  2. du hebst im Schritt aus der Grundposition heraus die Gerte über die Kruppe, sodass dein Pferd die Hinterhand nach innen verschiebt.

Welcher Weg für dich und dein Pferd der Bessere ist musst du ausprobieren. Oft ist es sinnvoll zu Beginn beide Möglichkeiten zu nutzen.

Um das Kruppeherein aus dem Schritt zu entwickeln, führst du zur Vorbereitung eine große Volte. Am Ende der Volte kommt das Pferd mit der Vorhand zuerst am Hufschlag an, während die Hinterbeine noch auf der Volte sind. Das ist der perfekte Moment, um mit der Gerte von innen über die Kruppe zu zeigen und das dazu Pferd aufzufordern die Hinterhand gleich in der Bahn zu lassen. Du läufst dann gerade am Hufschlag entlang, nimmst einfach die Biegung aus der Volte mit und hältst die Kruppe mit der Gerte innen. Später kannst du auch ohne Volte, über das Gertensignal dein Pferd dazu auffordern, die Hinterhand nach innen zu verschieben.

Häufig passiert es, dass der Bodenarbeitsmensch dabei nach innen in die Bahn abweicht und das Pferd mit der Vorhand vom Hufschlag wegdriftet und nach innen folgt. Achte daher darauf, dass du gerade am Hufschlag entlang nach hinten läufst und selbst nicht in Richtung Bahnmitte abweichst. Halte den Pferdekopf außen an der Bande und biege den Hals nicht zu viel. Je mehr dein Pferd seinen Kopf nach innen nimmt, je schlechter kann es dabei gleichzeitig die Hinterhand nach innen verschieben.

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Mögliche Fehler im Kruppeherein und was du dagegen tun kannst.

Die Pferdeschulter kommt nach innen:

Im Kruppeherein sollten sich beide Vorderbeine auf dem ersten Hufschlag gerade nach vorne bewegen. Wenn die Vorhand nach innen in die Bahn tritt und das Pferd über die innere Schulter fällt, kannst du zur Korrektur die Gerte an der Schulter oder leicht dahinter einsetzen. Es ist wichtig, dass dein Pferd auch wirklich auf die Gerte reagiert und wieder nach außen weicht. Kurzzeitig kannst du auch einen Impuls am Kappzaum geben, um das Pferd wieder raus zu Führen und dein Gertensignal zu unterstützen. Langfristig darf die Hand am Kappzaum aber nicht nach außen einwirken, da du ansonsten keine korrekte Innenstellung geben kannst. Achte darauf, dass du nahe der Bande gerade am Hufschlag entlang gehst.

Siehe dazu auch den Absatz weiter oben: Biegung in der Bewegung abfragen.


Die Biegung geht verloren:

Wird die Lektion Kruppeherein neu erarbeitet, geht schnell die richtige Biegung verloren. Zu Beginn der Ausbildung kannst du dich schon über einige gelungene Schritte in korrekter Biegung freuen. Danach wendest du wider in eine Volte ab und startest daraus den nächsten Versuch. Um im Kruppeherein die Biegung zu bewahren, erhalte über die treibende Gerte den Fleiß und Vorgriff vom inneren Hinterbein. Es soll weiterhin lange Schritte unter den Pferdekörper machen. Für mehr Rumpfbiegung kannst du außerdem die Gerte hinter der Schulter am Bauch einsetzen.

Mache es deinem Pferd leichter, indem du erst einmal nur wenig Abstellung der Hinterhand forderst und die Schulter gut an der Bande hältst. Wenn das innere Hinterbein um eine halbe Hufbreite nach innen versetzt auf dem Boden aufkommt, ist das am Anfang schon ein Erfolg und du solltest dein Pferd loben. Mit dieser geringen Abstellung kann dein Pferd die korrekte Biegung einfacher beibehalten, die für ein gutes und gymnastizierendes Kruppeherein so wichtig ist. Mit mehr Übung und wachsender Geschmeidigkeit kannst du die Kruppe dann immer weiter nach innen holen.



Das Pferd verwirft sich:

Meistens passiert das auf der steiferen Hand, wenn dein Pferd sich zu der Seite biegen soll die ihm schwerer fällt. Zur Korrektur backe kleine Brötchen und hole die Hinterhand nur wenig nach innen. Es gilt: lieber Weniges gut machen. Achte darauf, dass du nicht zu viel Halsbiegung verlangst. Eine leichte Genickstellung reicht. Die Stirn sollte dabei fast gerade nach vorne in Laufrichtung zeigen. Löse mit der Kappzaumhand Kopf und Hals nach unten und achte darauf, dass die Nasenlinie vor der Senkrechen bleibt. Mit offenem Genickwinkel kann sich dein Pferd besser stellen und hat weniger Muskelspannung im Genickbereich, die das Verwerfen auslösen kann.

Zudem macht es Sinn, im Verhältnis 2 zu 1 an der Geschmeidigkeit auf dieser Hand zu arbeiten. Übe also doppelt so häufig Stellung und Biegung auf der steiferen Seite.


Das Pferd macht sich im Genick fest und spannt den Hals an:

Wenn dein Pferd den Hals feststellt, spürst du das in deiner Hand. Impulse und Handbewegungen am Kappzaumseil zeigen dann keine Wirkung und du kannst die Kopf- und Halshaltung in diesen Momenten nicht beeinflussen. Im ersten Augenblick kannst du über kleine Signale an der Führleine nach unten versuchen den Hals zu lösen. Es kann auch helfen, die Hand direkt an den Kappzaum zu legen und mit einer kleinen schwingenden und für das Pferd angenehmen Bewegung den Hals wieder zu entspannen. Wenn dir das in der Bewegung nicht gelingt, ist es eine gute Idee anzuhalten, das Kopfsenken, also das „Tief“ abzufragen und dann mit gelöstem Hals wieder neu anzufangen.


Die Kruppe bleibt außen:

Kommt die Pferdekruppe nicht weit genug in die Bahn, hältst du am besten an und fragst im Stand einen großen Schritt Kruppeherein ab. Übe das häufig, bis dein Pferd zuverlässig auf die gehobene Gerte reagiert. Richtig großartig ist es, wenn du nur noch die Gerte heben musst, damit dir dein Pferd ein Kruppeherein anbietet. Sollte das in der Bewegung nicht klappen, kannst du jederzeit anhalten, die Kruppe reinholen und in dieser Kruppeherein-Position wieder antreten. Mit der Zeit wird dein Pferd auch im Schritt auf die gehobene Gerte reagieren.


Die Kruppe kommt zu weit nach innen:

Ja, auch das kann vorkommen. Dein Pferd ist in diesem Fall vielleicht einfach sehr motiviert und will seine Aufgabe, die Kruppe nach innen zu nehmen, besonders gut machen. Ungünstig ist dabei nur, dass mit zu viel Abstellung der Hinterhand schnell die korrekte Biegung verloren geht. Das äußere Hinterbein fußt dann stark seitlich und tritt vom Schwerpunkt weg. Es kreuzt ähnlich wie beim Schenkelweichen und nimmt dadurch keine Last auf. Wenn dein Pferd die Kruppe zu weit reinnimmt, kannst du das mit der inneren Gerte am Bauch oder an der Hinterhand korrigieren. Für das richtige Bild im Kopf denke an Schulterherein und führe die Hinterhand mit der Gerte wieder etwas zurück in Richtung Hufschlag.


Kruppeherein – ein Wechselspiel zwischen den Hilfen.

Besonders am Anfang der Ausbildung im Kruppeherein ist an eine stetige und ruhige Gertenhilfe kaum zu denken. Um das Pferd korrekt im Kruppeherein zu halten, ist ein ständiges Wechselspiel zwischen den Hilfen notwendig.

Zu Beginn der Lektion holst du die Kruppe mit deinem Gertensignal nach innen, oft folgt im nächsten Moment auch die Schulter nach innen in die Bahn. Nun muss die Gerte an der Schulter die Vorhand wieder nach außen führen, woraufhin meistens die Hinterhand ebenfalls wieder in Richtung Bande wandert und erneut mit der Gerte nach innen korrigiert werden muss. Anschließend fällt dann die Schulter wieder in die Bahn, was bedeutet, dass die Gerte nochmals ihre Position wechselt, um die Biegung zu erhalten und das Ausfallen der Schulter zu verhindern. So geht das am Anfang häufig hin und her, was den ungeübten Bodenarbeitsmenschen vor eine kleine Herausforderung stellt.

Um die Gertenhilfen je nach Bedarf am richtigen Platz und im schnellen Wechsel einzusetzen, braucht es ein bisschen Übung, ein geschultes Auge und schnelle Reaktionen. Werde nicht ungeduldig mit dir und gib deinem Körper und deinem Geist Zeit zum Lernen. Lobe gute Momente und mache häufig Pausen.


Woran du ein richtiges Kruppeherein/Travers erkennst.

  • Das Pferd läuft gerade nach vorne.
  • Es ist nach innen gestellt und gebogen.
  • Die Vorhand tritt auf dem ersten Hufschlag.
  • Die Hinterhand ist so weit nach innen versetz, dass sich abhängig vom Versammlungsgrad die Hufe von hinten gesehen auf drei oder vier Hufspuren bewegen.
  • Beide Hinterbeine fußen aktiv und gerade nach vorne unter den Rumpf des Pferdes.
  • Die Hinterhand nimmt vermehrt Gewicht auf, sodass die Vorhand leichter wird.


Warum das Kruppeherein für die Pferdeausbildung so wertvoll ist.

Das Kruppeherein wirkt auf den Pferdekörper gymnastizierend und versammelnd. Die Vorhand wird entlastet, weil das Pferd beide Hinterbeine aktiver einsetzt. Jedes Hinterbein fußt gut unter den Rumpf und mehr in Richtung Körperschwerpunkt. Gewicht was ansonsten von der Vorhand getragen wird, verlagert sich dadurch auf die Hinterhand. Die von diesem Gewicht befreiten Vorderbeine können sich lockerer, gelöster und raumgreifender bewegen. Beide Schultern, im Besonderen die äußere, werden leichter und freier. Das Pferd richtet sich mit Kopf, Hals und Brustkorb mehr auf, trägt sich besser und gewinnt an Ausdruck und Kraft.

Sowohl am Boden, als auch im Sattel können wir diese positiven Veränderungen im Pferdekörper spüren. Das Pferd fühlt sich in unserer Hand leichter an und die Durchlässigkeit auf die Hilfen (z.B. in der ganzen Parade) verbessert sich.

All die wertvollen Auswirkungen, die das Kruppeherein auf den Pferdekörper hat, sollten uns ermutigen und motivieren den Weg in diese Richtung einzuschlagen.

Ich hoffe, dass du durch diesen Beitrag ein genaues Bild von der Lektion Kruppeherein entwickeln konntest und eine Idee davon hast, wie der Weg dorthin aussehen kann.

Kennst du jemanden, der sich auch über eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für das Kruppeherein freuen würde? Wenn ja, dann teile diesen Artikel. Ansonsten schreibe mir doch ein Kommentar, ob dir der Beitrag geholfen hat. Ich freue mich von dir zu lesen und wünsche dir viel Spaß und Erfolg beim Üben mit deinem Pferd.

Ellen

Zu diesem Beitrag gibt es ein passendes Video:

Kappzaumtipp für die Bodenarbeit:

Video zum Thema Stellung erkennen:

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